All in Education - Offene Bildungswege zur Qualifizierung in der beruflichen Praxis (AllinE)

  • Hochschule Neubrandenburg

Portrait

Das Projekt All in Education – offene Bildungswege zur Qualifizierung in der beruflichen Praxis (AllinE) zielt auf die Entwicklung bedarfsorientierter Weiterbildungsangebote für beruflich Qualifizierte aus den Berufsbereichen Gesundheit und Pflege, Soziales und Planungswesen.

Nach einer dreistufigen Bedarfserhebung entstand das Konzept eines interdisziplinären Qualifizierungsangebots mit den Schwerpunkten "Digitalisierung und Sozialstrukturwandel". Innerhalb des Konzepts sollen berufspraktische Kompetenzen interdisziplinär erweitert und Diversität als Lernmoment genutzt werden. Es handelt sich um den ersten interdisziplinären Studiengang an der Hochschule, der übergreifend die Schwerpunkte verschiedener Fachbereiche integriert.

Das im Rahmen des Projektes entwickelte Qualifizierungsangebot „Digitalisierung und Sozialstrukturwandel“ steht Bachelorabsolvent_innen wie auch beruflich Qualifizierten ohne HZB gleichermaßen offen. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, einen Masterabschluss bzw. alternativ Weiterbildungszertifikat-Abschlüsse zu erwerben.

Neben der Konzeption und Planung der weiterbildenden Bildungsangebotsformate in den genannten Bereichen wird im Projekt AllinE ein Fokus auf die Implementierung innovativer Lehr-Lern- Arrangements gesetzt, vor allem der Umsetzung von Flipped-Classroom-Szenarien mit Hilfe von E- Learning.

Das Projektvorhaben entspricht dem Selbstverständnis der Hochschule Neubrandenburg als anwendungsbezogene und multidisziplinäre Hochschule, die neben der Forschung und Lehre auch der Weiterbildung einen hohen Stellenwert einräumt und fügt sich in die gewachsene Struktur des Studienangebotes insbesondere im Bereich der Informatik sowie der Sozial-, Pflege- und Gesundheitswissenschaften ein.

Weiterbildungsangebote

Ziele und Profil der Angebote

Die Innovation des Angebotes besteht somit nicht nur in der Kombination der eng verzahnten, jedoch oft getrennt betrachteten Themenbereiche, sondern auch in der Heterogenität der Zielgruppe. Damit soll das Angebot bewusst den Markt der berufsbildbezogenen Weiterbildungen verlassen und als

kompetenzerwerbende Qualifizierung in den berufsübergreifenden Querschnittsthemen Digitalisierung und Sozialstrukturwandel gelten.

Das innovative Studiengangsmodell des Studiengangs Digitalisierung und Sozialstrukturwandel folgt somit der interdisziplinären Förderung von berufsgebietsorientiertem Fachwissen mit digitalem Fokus unter der Berücksichtigung ethischer, sozialer und ökonomischer Aspekte. Die Integration von berufstätigkeitsbezogenen sowie interdisziplinär ausgerichteten Projekten ermöglicht die praktische Erprobung, Festigung und Vertiefung der theoriebezogenen Inhalte. Der Persönlichkeitsentwicklung wird in besonderem Maße durch überfachliche Modulveranstaltungen Rechnung getragen. Der Studiengang ist auf den Erwerb von Kompetenzen und Grundlagenwissen in den Bereichen Digitalisierung, Sozialstrukturwandel sowie IT-Technologien ausgerichtet. Es werden Instrumente und Methoden erlernt, mittels derer den Herausforderungen in den genannten Feldern mit Innovationsgeist begegnet werden kann.

Darüber hinaus werden Kompetenzen erworben, um netzwerkbasierte Dienstleistungen und Konzepte zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen zu schaffen bzw. weiterzuentwickeln. Auf diese Weise wird eine berufliche Weiterentwicklung der Teilnehmenden zu Change Agents in ihren Organisationen und Tätigkeitsfeldern möglich. Das Absolvieren des weiterbildenden Masterstudiums ermöglicht den Teilnehmenden, im Zuge von Digitalisierungsprozessen und der Implementierung informationstechnischer Werkzeuge und Methoden verantwortliche Projektleitungs- und Managementaufgaben zu übernehmen.

Der interdisziplinäre Masterstudiengang Digitalisierung und Sozialstrukturwandel zielt darauf, berufserfahrene Bachelorabsolvent_innen

  • aus technikfern(er)en Professionen des Sozial-, Gesundheits- und Planungswesens im Hinblick auf die aktuellen Digitalisierungsentwicklungen weiterzuqualifizieren - mit der Ausrichtung auf den Erwerb interdisziplinär anwendungsorientierten Expertenwissens und eine beruflichen Weiterentwicklung hin zu einer Übernahme von Leitungsaufgaben.

  • aus den Bereichen Gesundheits- und Planungswesen und sozialer Arbeit zu befähigen, als digitale (Schnittstellen-)Manager_innen erforderliche Lösungsansätze hinsichtlich der Sicherung der Lebensqualität und Daseinsvorsorge, d.h. der Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mittels gesundheitlicher, sozialer und technischer Dienstleistungen zu konzipieren, auf regionaler und örtlicher Ebene(weiter) zu entwickeln und umzusetzen.

Durch die Integration politischer und organisatorischer Rahmenbedingungen sowie rechtlicher und technischer Aspekte werden fachliche Kompetenzen, Fähigkeiten und Methoden für eine zielgerichtete und erfolgreiche Gestaltung digitaler Veränderungsprozesse in Organisationen oder im Hinblick auf die Entwicklung einer Selbstständigkeit mittels innovativer zukunftsgerichteter

Dienstleistungen erworben. Die Absolventinnen und Absolventen sind qualifiziert, als Expert_innen für digitale Entwicklungs- und Problemlösungsstrategien innerhalb des gesellschaftlichen demographischen Wandels zu agieren und in der Funktion als sog. Change Agents digitale Innovationsvorhaben in bestehenden oder neu entstehenden Organisationen bzw. Organisationsstrukturen unter Anwendung generalistischer Kompetenzen nachhaltig umzusetzen.

Ziel des Studiengangs ist es, Berufstätige mit ihrer Grundqualifikation auf die spezifischen Bedarfe einer zunehmend wandelnden Gesellschaft mit den damit einhergehenden veränderten Rahmenbedingungen für den sozialen und pflegerischen Sektor sowie die Planungswissenschaften vorzubereiten und ihnen Wissen und Methoden zu vermitteln, die ihnen die Planung und Umsetzung von Konzepten zur Bewältigung der Herausforderungen ermöglichen.

3. Berufspraktische Einordnung

Absolventinnen und Absolventen des Masters Digitalisierung und Sozialstrukturwandel verfügen über erweiterte berufsrelevante sowie wissenschaftlich fundierte Kompetenzen, insbesondere im interdisziplinären technikorientierten Projekt- und Prozessmanagement in Einrichtungen des Sozial-, Gesundheits- und Planungswesens. Tätigkeitsfelder eröffnen sich in:

  • der Sozialarbeit

  • der Sozialpädagogik

  • der Sozialwirtschaft

  • Bereichen des Gesundheitswesens (Krankenhäuser, Kliniken, Ärztehäusern,

    Gesundheitsnetzwerken, Krankenkassen)

  • Bereichen des Planungswesens (Sozial-, Pflege- und Raumplanung)

Der Studiengang bildet insbesondere Change Agents für Herausforderungen des digitalen und Sozialstrukturwandels aus. Er qualifiziert beispielsweise für gehobene bzw. leitende Positionen mit Koordinierungs-Fokus in

  • sozialen Einrichtungen,
  • öffentlichen Verwaltungen,
  • Unternehmen und freien Trägern
  • Rehabilitationseinrichtungen
  • politischen Organisationen und Parteien
  • Vereinen und Verbänden
  • Beratungsunternehmen
  • Planungsbüros
Der Studiengang richtet sich auch an Personen, die im Bereich des Gesundheits- und Planungswesens oder der sozialen Arbeit eine Selbständigkeit mit einer innovativen, digitalisierten Dienstleistung planen.

4. Aufbau des Studiengangs

Das weiterbildende Master-Studium dauert 4 Semester (90 CP) und wird mit dem berufsqualifizierenden Abschluss „Master of Arts“ abgeschlossen.

Das Studium gliedert sich wie folgt (vgl. Abbildung 1):

  • Pflichtmodule (jeweils 5 CP)

  • Fachbezogene Wahlpflichtmodule (jeweils 5 CP)

  • Zwei Praxisprojekte ( 15 CP)

  • Master-Thesis (20 CP) mit begleitendem Kolloquium (5 CP)

Allen Bestandteilen werden modular-strukturierte Veranstaltungen bzw. Module zugeordnet, die aufeinander aufbauend innerhalb des Studienverlaufs angeordnet sind. Die Module laufen über ein Semester. Eine Semesterwochenstundenzahl kann ihnen aufgrund der Blended Learning Struktur nicht zugeordnet werden.

Innerhalb der Pflichtmodule (vgl. Abbildung 1) werden fachwissenschaftliche Kenntnisse und Kompetenzen zur Digitalisierung im Allgemeinen vermittelt (Technische Grundlagen der Digitalisierung) und aktuelle Entwicklungen aufgezeigt (Gesellschaftliche Herausforderungen der Digitalisierung). Zudem findet eine Einordnung in zentrale Themenbereiche wie digitale Medien (Beteiligung und Aktivierung mit digitalen Medien) und Datenschutz (Datenschutz und betriebliche IT- Sicherheit) statt. Der Bereich des Sozialstrukturwandels wird ebenfalls eingeführt und in Wechselwirkung zur Digitalisierung dargestellt (Herausforderungen ländlicher Regionen).



Die Wahlpflichtmodule (vgl. Abbildung 1) bieten den Fern-Studierenden in 5 Blöcken einen berufstheoretischen und berufspraktischen Bezug und stellen die Digitalisierung und den Sozialstrukturwandel in den Querschnitt zur Praxis. Durch den engen Berufsfeldbezug können diese Module nur als Wahlpflichtmodule angeboten werden. Nur so kann eine Theorie-Praxis-Verzahnung gewährleistet werden.

Die Praxisprojekte bieten eine praxisorientierte Anwendung des zuvor im Studium erworbenen Wissens mit dem Schwerpunkt der Digitalisierung in der Praxis. Sie richten sich auf die Initiierung und Durchführung von Veränderungsprozessen mit dem Schwerpunkt auf Digitalisierung bzw. des Daten- bzw. Wissensmanagement in Unternehmen und Trägern. Die Studierenden gestalten dabei prozesshaft ein eigenständiges Projekt in ihrem jeweiligen Arbeitsumfeld, in einer bestehenden Organisation (z.B. gemeinnützige Einrichtung etc.) oder im Rahmen eines von Hochschule vorgegebenen Themas in interdisziplinären Arbeitsgruppen.

Die Master-Thesis schließt das Studium mit dem Nachweis der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem möglichst praxisbezogenen Thema ab, welches sich auf Fragestellungen im Bereich der Digitalisierung und des Sozialstrukturwandels beziehen sollte. Um den berufsbegleitend Studierenden eine Unterstützungsstruktur bei der Erstellung der Master-Thesis zu geben, soll ein Kolloquium die wissenschaftliche Arbeit der Studierenden begleiten und methodische Beratung im Erstellungsprozess ermöglichen.




Die Struktur der Module wird nach dem didaktischen Modell Flipped Classroom1 stattfinden. Hierbei wird den jeweiligen Modulen eine Vorbereitungszeit/ Selbstlernphase vorangestellt und diese anschließend im Rahmen von Präsenzveranstaltungen vertieft. Zudem werden für jedes Modul Nachbereitungszeiten eingeplant. Je nach Modulstruktur und zu vermittelnden Lehrinhalt werden für ausgewählte Module 2 Präsenzen angedacht.

Die Praxisprojekte werden über die jeweiligen Semester durch 3 bzw. 4 Präsenzphasen begleitet. Innerhalb der Semester finden 3- 4 Präsenzphasen über 2-3 Tage statt.

5. Zugangsvoraussetzungen

Allgemeine Zugangsvoraussetzung für die Immatrikulation in den Master-Studiengang ist ein erster akademischer Abschluss im Sozial-, Pflege-, Gesundheits- oder Planungswissenschaftlichen Bereich bzw. verwandter Studiengänge (Bachelor mit mindestens 210 CP) oder ein akademisch gleichwertig anerkannter Abschluss bzw. Diplomstudiengang. Zudem ist der Nachweis einer mindestens einjährigen beruflichen Vorerfahrung in einem der studienrelevanten Aufgabenfelder nachzuweisen. Eine Anrechnung hochschulischer bzw. beruflicher Kompetenzen wird angestrebt.

Der Zugang zu einzelnen Modulen kann über eine Fachausbildung in den oben benannten Berufsbereichen und einschlägiger Berufserfahrung von jeweils einem Jahr abgedeckt werden. Auch hier wird eine Anerkennung und Anrechnung von bereits erworbenen Kompetenzen mittels individueller Verfahren angestrebt.


1: Bergmann, Jonathan & Aaron, Sams (2012): „Flip your classroom – Reach every student in every class every day“ (1. Auflage). Eugene, Or. : International Society for Technology in Education. ISBN 978-1-56484-315-9


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Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Andreas Wehrenpfennig
Hochschule Neubrandenburg
Fachbereich Landschaftswissenschaften und Geomatik
Brodaer Str. 2
17033 Neubrandenburg
T: +49 (0)395/5693-4109
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