CALL FOR PAPERS: Beiträge zur Hochschulforschung

Am 15.07.2018
Veranstalter: Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF)
Kategorie: Call for Papers


Gemeinsames Themenheft der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschule“ und dem Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF)


Call for Papers der Zeitschrift „Beiträge zur Hochschulforschung“ zum Thema: Auswirkungen der wissenschaftlichen Weiterbildung

Die wissenschaftliche Weiterbildung ist ein gesetzlich verordneter Organisationszweck von Hochschulen. Dennoch fristet sie im Vergleich zu den anderen hochschulischen Kernaufgaben immer noch ein Stiefkind-Dasein im Feld der Wissenschaft. Sie rangiert nach Forschung und grundständiger Lehre allenfalls auf dem dritten Rang in der wissenschaftlichen Prestige-Hierarchie. Diese relative Vernachlässigung im lebensweltlichen Hochschulalltag spiegelt sich auch in der Erforschung wissenschaftlicher Weiterbildung wider. Sämtliche Appelle verschiedenster Akteurs- bzw. Interessengruppen in- und außerhalb der Wissenschaft konnten bisher nichts an der Tatsache ändern, dass der wissenschaftlichen Weiterbildung Beachtung und Anerkennung fehlt. Seit 2011 jedoch ist mit dem Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ eine nationale Förderinitiative aktiv, mit welcher dieser Status quo substantiell und nachhaltig verändert werden soll.

Die „Beiträge zur Hochschulforschung“ setzen an diesen Feststellungen an und suchen daher für ein Themenheft nach empirisch basierten Forschungsartikeln, die die Auswirkungen von wissenschaftlicher Weiterbildung auf

(1) der Makro-Ebene des Hochschulsystems,
(2) der Meso-Ebene der Hochschul-Organisation sowie
(3) der Mikro-Ebene der Lehrenden und Studierenden

theorie- und methodengeleitet fundiert analysieren.

1. Auf der Makro-Ebene des Hochschulsystems eröffnen sich verschiedene Perspektiven auf die Auswirkungen von wissenschaftlicher Weiterbildung. Zum einen ist die Differenz in der Steuerungslogik zwischen wissenschaftlicher Weiterbildung und der grundständigen Lehre zu nennen. Die wissenschaftliche Weiterbildung  folgt der nachfrageorientierten Verwertungslogik der Marktsteuerung, während die grundständige Lehre angebotsorientiert operiert. Daraus ergeben sich verschiedene Problemlagen bzw. Fragestellungen: Wie kann die wissenschaftliche Weiterbildung in die Governance des Hochschulsystems integriert werden? Welche Auswirkungen auf das gesamte Hochschulsystem können exemplarische Erfolge der Marktsteuerung der wissenschaftlichen Weiterbildung haben? Zum anderen sind die Etablierung und der Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung eine notwendige Bedingung, um das bildungspolitische Ziel des Lebenslangen Lernens an Hochschulen zu realisieren. Hier eröffnen sich weitere Fragen wie: Welchen (messbaren) gesellschaftlichen Nutzen stiftet die wissenschaftliche Weiterbildung? Wie kann dieser Nutzen empirisch valide erfasst werden? Wieder andere Fragen adressieren Interventionen im Feld der Wissenschaft: Kann das Prestige der wissenschaftlichen Weiterbildung innerhalb des Wissenschaftssystems erhöht werden? Und wenn ja, wie? Erwirkt ein Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung relevante und nachhaltige Differenzierungen (z. B. nach Trägerschaft, Hochschultypen) im Hochschulsystem?

2. Auf der Meso-Ebene der Hochschul-Organisation stellen sich primär Fragen der Governance: Welche Auswirkungen auf die Organisationskultur hat eine gelingende Integration der wissenschaftlichen Weiterbildung innerhalb der Hochschulen? Welche Hochschulen können warum eher als andere ihre Organisationsweise an die nachfrageorientierte Logik der wissenschaftlichen Weiterbildung adaptieren? Lassen sich hierbei Typen oder typische Prozessmuster identifizieren? Welchen Nutzen hat die wissenschaftliche Weiterbildung für welche Hochschulen bzw. Organisationseinheiten innerhalb von Hochschulen?

3. Auf der Mikro-Ebene der Lehrenden und Studierenden geht es um die Rezeption der wissenschaftlichen Weiterbildung durch Dozentinnen und Dozenten. Welche Lehrmotivationen und/oder Lehr- bzw. Professionsverständnisse der wissenschaftlichen Weiterbildung haben Dozierende? Hat eine Etablierung der wissenschaftlichen Weiterbildung – mit all ihren spezifischen didaktischen An- und Herausforderungen – Auswirkungen auf die Lehrkultur, den Lehrstil oder das Lehr-Engagement der Lehrenden (auch) in der grundständigen Lehre? Bei den Studierenden in der wissenschaftlichen Weiterbildung ist danach zu fragen, ob sie im Vergleich zu „traditionellen“ Studierenden eine besondere Motivation aufweisen. Wie ist deren Verhältnis zu Hochschule und den Lehrenden?

Es werden theoriegeleitete, durch methodisch kontrolliert erhobene und aussagekräftige Empirie fundierte Artikel aus eigenen Forschungsprojekten erwartet.

Bei Interesse bitten wir zunächst um Einreichung eines Abstracts im Umfang von zwei bis drei Seiten bis zum 15. Juli 2018. Alle Themenvorschläge werden von den Herausgebern hinsichtlich ihrer Eignung für das geplante Themenheft bewertet. Die Autorinnen und Autoren erhalten bis Anfang August 2018 eine entsprechende Nachricht.

Frist für die Einreichung der vollständigen Manuskripte ist der 5. November 2018. Alle Artikel, die grundsätzlich für eine Veröffentlichung in Frage kommen, durchlaufen ein Review-Verfahren durch zwei unabhängige Gutachter (double blind). Einzelheiten finden Sie in den „Hinweisen für Autorinnen und Autoren“. Die Veröffentlichung ist Ende 2019 in den „Beiträgen zur Hochschulforschung“ geplant.

Es handelt es sich um ein Themenheft, das im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-
Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschule“ gemeinschaftlich mit dem Bayerischen Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) herausgegeben wird. Verantwortlichsind Uwe Wilkesmann, Sigrun Nickel, Eva Cendon, Uwe Elsholz, Annika Maschwitz und Christian J. Schmid.

Das IHF erbittet Themenvorschläge und Abstracts an folgende E-Mail-Adresse: Beitraege@ihf.bayern.de


 



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