CALL FOR PAPERS: Forschendes Lernen im Spannungsfeld von Wissenschaftsorientierung und Berufsbezug

Am 24.01.2020
Veranstalter: Zeitschrift für Hochschulentwicklung (ZFHE)
Kategorie: Call for Papers

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Forschendes Lernen ist an deutschsprachigen Hochschulen inzwischen sehr verbreitet, viele Beispiele finden sich in Publikationen beschrieben, die Diskussion um diese Studienform hat sich in den letzten Jahren erneut intensiviert.

Dieser Aufschwung verdankt sich wohl nicht zuletzt der Tatsache, dass Forschendes Lernen für unterschiedliche Zielsetzungen attraktiv erscheint. So wird das Forschende Lernen insbesondere auch für Studiengänge postuliert, die deutliche Berufsbezüge aufweisen. Und auch im Zusammenhang mit der breiteren Zielsetzung einer Berufsrelevanz des Studiums („Employability“) wird Forschendes Lernen als hochschuldidaktischer Zugang der Wahl empfohlen.

Nun verfolgen Hochschulstudiengänge traditionell mehrere Zielsetzungen, die sich in den Polen Wissenschaft – Person – (berufliche resp. gesellschaftliche) Praxis bewegen. Die Akzentuierungen können sich allerdings deutlich unterscheiden, etwa zwischen Medizin und Juristerei einerseits und Physik oder Soziologie andererseits. Doch selbst bei betont berufsorientierten Studiengängen hat sich ein Studium nie auf Berufsqualifizierung beschränkt, vielmehr wird – gerade auch mit Forschendem Lernen – stets auf eine forschende Haltung und eine entsprechenden Reflexions- und Kritikfähigkeit abgezielt.

Dies entspricht auch einem Selbstverständnis der Hochschulen, die sich nie als reine Berufsqualifizierungsanstalten verstanden haben, vielmehr ihre Aufgabe darin sehen, mit ihrer Forschung und Prüfung von Wissensbeständen und den Studienangeboten auch die forschungsgestützte Weiterentwicklung von Berufsfeldern und gesellschaftlichen Praxen zu unterstützen.

Wissenschaftswelt und Berufswelt unterscheiden sich in verschiedener Hinsicht. Insofern stellt sich die Frage, wie und was das Forschende Lernen mit seiner betonten Wissenschaftsorientierung zur Berufsrelevanz und Berufsorientierung überhaupt beitragen kann. In welchem Bezug stehen forschendes Tun und berufliche Praxis mit ihren je vielfältigen Dimensionen? Inwiefern unterscheiden sich Konzepte des Forschenden Lernens je nach ihrer Einbettung in Studiengänge mit unterschiedlicher Berufsausprägung? Wie kann Forschendes Lernen mit berufsorientierten Praktika während des Studiums verknüpft werden? Was unterscheidet das Forschende Lernen von verwandten, aber stärker berufsorientierten didaktischen Zugängen wie PBL in der Medizin oder case method in Jura und Managementlehre? Und in welchem Verhältnis steht das Forschende Lernen zu Ansätzen wie beispielsweise des Critical Thinking?

Die Bedeutung des Bezugs von Forschendem Lernen und Berufsorientierung ist eingebunden in Entwicklungen in der Berufswelt (Stichwort Akademisierung und Verwissenschaftlichung von beruflicher Arbeit). Entwicklungen zeigen sich aber auch innerhalb der Hochschulen. So kann bespielweise gefragt werden, welchen Beitrag das Forschende Lernen für die Qualifizierung und Arbeit von Hochschulprofessionellen im Third Space leistet, beispielsweise im Bereich Qualitätsmanagement. Oder auch für akademische Laufbahnen und insbesondere Laufbahnentscheidungen am Ende des Studiums.

Es wird eingeladen, in Beiträgen solche Fragen zu erörtern. Erbeten sind einerseits empirische Beiträge (z. B. zu Fragen der Kompetenzerfassung, zu internationalen Unterschieden, zu Unterschieden nach Studien- bzw. Hochschultypen, zu unterschiedlichen didaktischen Zugängen), andererseits konzeptionelle Beiträge zum Forschenden Lernen in diesem Spannungsfeld von Forschungsorientierung und Berufsbezug. Ausdrücklich eingeladen sind zudem Studien und Beiträge zu bisher wenig thematisierten Fragen und Zugängen wie etwa dem Forschenden Lernen im Dienst der Netzwerkbildung.


Die Deadline zur Einreichung von Abstracts ist der 24. Januar 2020.

Hier finden Sie den vollständigen CALL FOR PAPERS (PDF)




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