CALL FOR PAPERS: Professionalisierung der Hochschulweiterbildung

Am 15.04.2020
Veranstalter: Zeitschrift Hochschule und Weiterbildung (ZHWB)
Kategorie: Call for Papers

Thema

Einen ausgesprochenen Professionalisierungsdiskurs findet man im Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung bisher nicht.

Professionalisierung ist ein Prozess. Mit ihr kann sowohl die strukturelle Entwicklung eines Berufsfeldes zur Profession als auch die individuelle Entwicklung einer Person zum/zur Professionell Handelnden gemeint sein. Allerdings bleibt der Begriff höchst erklärungsbedürftig; zu unterschiedlich wird er verwendet in den verschiedenen sozialen Welten und Arenen (Kondratjuk, 2017). Insofern gilt es sich zu vergegenwärtigen, dass „Professionalisierung ein Gestaltungs- und Aushandlungsprozess ist und dass unterschiedliche Gruppierungen in der Gesellschaft mit Professionalisierung ganz unterschiedliche Interessen und Ziele verfolgen“ (Steiner, 2017, S. 2).

Professionalisierung geht einher mit den Begriffen der Professionalität und Profession. Von einer Profession in berufssoziologischer Sicht ist die Hochschulweiterbildung (noch) weit entfernt. Es existiert kein geregelter Zugang zum Tätigkeitsfeld oder gar eine spezifische (akademische) Ausbildung. Insofern ließen sich problemlos Professionalisierungsdefizite beklagen. Bedeutsamer Referenzpunkt im professionstheoretischen Diskurs ist inzwischen jedoch die Handlungsebene (Schüßler & Egetenmeyer, 2018); durch handlungstheoretische Perspektiven werden die (Struktur-)Logiken professionellen Handelns jenseits der Profession in den Blick genommen.

Auf den Ebenen der Gesellschaft, der Organisation und des Handelns wurden in den vergangenen Jahren Entwicklungen sichtbar, die durchaus von einer Professionalisierung des Feldes zu sprechen erlauben (Walber & Meyer, 2020). Dazu zählen die starke verbandliche Organisation und Entwicklung durch die DGWF, die bildungspolitisch induzierten Förderprogramme wie der Offenen Hochschulen und ihre Implementationsanstrengungen (Klenk 2018; Seitter, Friese & Robinson, 2018) und die sichtbare Zunahme an Forschung (Schmid et al., 2019; Jütte, Kondratjuk & Schulze, 2020). Letzterer Aspekt schlägt sich auch in der vorliegenden Zeitschrift ZHWB, in Buchreihen (Hochschulweiterbildung in Theorie und Praxis) oder im ersten Handbuch zur wissenschaftlichen Weiterbildung (Jütte & Rohs, 2020) nieder.

Hier ließen sich vermutlich auch Parallelen zu den Professionalisierungsbemühungen anderer Fachgesellschaften finden: sei es bei der Professionalisierung von Lehrkompetenz durch die DGHD (Merkt, Wetzel & Schaper, 2016) oder zeitlich noch jünger bei den Professionalisierungs-bemühungen im Feld des Hochschulmanagements.

Für die Ausgabe 2020/2 der ZHWB sind wissenschaftliche Beiträge erwünscht, die sich theoretisch, empirisch und konzeptionell mit Fragen der Professionalisierung auf den unterschiedlichen Ebenen im Feld der Hochschulweiterbildung beschäftigen:

    • Professionalisierung im Hinblick auf Leitungs-/Steuerungsaufgaben Institutionalisierungsarbeit,
    • Professionalisierung im Hinblick auf Lehrende,
    • Professionalisierung im Hinblick auf Teilnehmende durch Weiterbildung bzw. Professionalisierungswirkungen von Weiterbildungsangeboten,
    • Professionalisierung und die Rolle von Fachgesellschaften und Fachdisziplinen, 
    • Professionalisierung und die Rolle bildungs- und hochschulpolitischer Initiativen und gesellschaftlicher Akteure,
    • Analyse von Professionalisierungsdiskursen in der Hochschulweiterbildung,
    • Theoretische und methodologische Zugänge zur Professionalisierung in der wissenschaftlichen Weiterbildung.

Deadline zur Einreichung von Beiträgen: 15. April 2020

Hier finden Sie den vollständigen CALL FOR PAPERS




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