Call for Papers: ZHWB 2021/1 – Kooperation und Vernetzung in der Hochschulweiterbildung

Am 15.10.2020
Veranstalter: ZHWB - Zeitschrift für Hochschule und Weiterbildung
Kategorie: Call for Papers

Vernetzung und Kooperation besitzen derzeit im Weiterbildungsbereich allgemein einen hohen Stellenwert, wobei in den letzten Jahren vor allem die bildungspolitisch verstärkte Aufmerksamkeit auf lebenslange Lern- und Bildungsprozesse die Diskussion prägte (Alke & Jütte, 2016). Dem Feld der wissenschaftlichen Weiterbildung kann schon aufgrund seiner Spezifika „eine gewisse Kooperationsaffinität“ (Sweers, 2020, S. 538) bescheinigt werden. Dies schlägt sich zum einen gesetzlich darin nieder, dass Hochschulen Vereinbarungen mit Einrichtungen treffen, die hoch- schulnah oder in ihrem Auftrag Weiterbildung organisieren. Zum anderen gehört die kooperative Angebotsentwicklung zu dem grundlegenden Handlungsmodus aller Beteiligten.

Kooperationen zwischen der Hochschulweiterbildung und hochschulexternen Partner_innen waren in den letzten Jahrzehnten facettenreich und erfuhren unterschiedliche Konjunkturen. Einige der Entwicklungslinien sollen hier punktuell hervorgehoben werden. In den 1970er Jahren gab es durchaus enge Kooperationen mit Erwachsenenbildungsträgern, wie es an den Seminarkursen in Niedersachsen sichtbar wurde (Raapke et al., 2006). Ebenso zählten die Gewerkschaften zu den Kooperationspartnern. Aber die Referenzsysteme und Kooperationsstrategien erfuhren Veränderungen. Aus Sicht der Erwachsenen-/Weiterbildungseinrichtungen wurden die Hochschulen teilweise als Konkurrenzträger wahrgenommen. Die Abfolge ihrer Reaktion auf die Weiterbildungsanstrengungen der Hochschulen kennzeichnete Faulstich (2012, S. 104) als „aufgeschreckt, beruhigt und neu verunsichert“. Die spätere Expansion des Weiterbildungsmarkts ließ zahlreiche neue Institutionen im Feld entstehen – von den Fachhochschulen, über private Business Schools

bis hin zu Akademien. Bei der Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen ging es u.a. um Wissens und Technologietransfer, mittlerweile auch um die Entwicklung von gemeinsamen weiterbildenden Studienprogrammen (Maschwitz, 2018). Ebenso stehen Hochschulen im Feld der Weiterbildung in zahlreichen Kooperationsbeziehungen mit ihrem regionalen Umfeld (Rohs & Steinmüller, 2020). In letzter Zeit – nicht zuletzt durch Veränderungen im Wissenschaftssystem selbst – werden Fragen des Wissenschaft-Praxis-Transfers systematischer beleuchtet (Vierzigmann & Lehmann, 2020).

Neben den eher organisch entstehenden Kooperationen auf Basis institutioneller Profilbildungen und persönlicher Kontakte sind staatliche Förderprogramme ein wichtiger Treiber für Kooperation und Vernetzung. Hier war in den letzten Jahren vor allem der Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ strukturbildend, gerade auch, was die Zusammenarbeit in Verbundprojekten betraf. Die Vielfalt der Kooperationen und Vernetzungen findet sich auch in den Ergebnissen der wissenschaftlichen Begleitung:

„Zentrale Kooperationsanlässe (Motive) sowie Kooperationsgegenstände sind in der wissenschaftlichen Weiterbildung und damit auch an den Hochschulen des Wettbewerbs auf unterschiedlichen Ebenen zu finden:

  • inhaltlich-fachliche Ebene (Bündelung von fachlicher Expertise, gemeinsame Entwicklung und Durchführung von (Studien-)Angeboten wissenschaftlicher Weiterbildung)
  • organisatorisch-administrative Ebene (Zusammenführung administrativer Aufgaben, Nutzung von Synergien)
  • wirtschaftliche Ebene (Finanzierung, Gewinnung von Teilnehmenden)
  • (hochschul-)rechtliche Ebene (Nutzung verschiedener rechtlicher Rahmenbedingungen)
  • bildungspolitische und gesellschaftliche Ebene (Erhöhung der Durchlässigkeit, Öffnung für neue Zielgruppen)“ (Cendon et al., 2020, S. 18).

Für die Ausgabe 1/2021 der ZHWB sind wissenschaftliche Beiträge erwünscht, die sich theoretisch, empirisch und konzeptionell mit Kooperation und Vernetzung auf den unterschiedlichen Ebenen im Feld der Hochschulweiterbildung beschäftigen. In Ergänzung zu der obigen ebenen- spezifischen Systematisierung– u.a. in Rückgriff auf die Systematik von Sweers (2020) – lassen sich als bedeutende Fragen formulieren:

  • Welche Erscheinungsformen von Kooperationen (angebots-, institutionen-, segment-, fachspezifische Kooperationen) entstehen?
  • Was sind Beweggründe, Treiber und Barrieren?
  • Welche kooperativen Praktiken lassen sich beobachten?
  • Wie vollzieht sich kooperative Angebotsgestaltung?
  • In welchen Spannungsfeldern und Dilemmata bewegt sich kooperatives Handeln?
  • Wie nachhaltig erweisen sich Kooperationsprojekte?
  • Welche kooperativen Räume und Netzwerke entstehen?
  • Welchen Stellenwert nimmt kooperatives und vernetztes Lernen ein?
  • Wie wird der Wissenschaft-Praxis-Transfer durch kooperative Arrangements aufgegriffen?

Redaktioneller Ablauf

15.10.2020

Deadline zur Einreichung von Beiträgen

15.03.2021

Rückmeldung der Review-Ergebnisse

15.04.2021

Deadline zur Überarbeitung der Beiträge

30.05.2021

Freigabe der Druckfahnen

Juni 2021

Veröffentlichung

 



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