Ergebnisse zur Vereinbarkeit der Trias Beruf – Studium – Familien- (inkl. Pflege)tätigkeit für Angehörige von Gesundheitsfachberufen durch sechs vor Studienbeginn vorgeschaltete Module


Autor*in(nen): Balke, Johannes; Busch, Susanne; Herzig, Lita; Käuper, Kristin; Westenhöfer, Joachim & Boettcher, Aisha
Jahr: 2014
Dokumenttyp: Zeitschriftenartikel
Publikationstyp(en): Theoretisches Dokument
 
Themen: Anrechnung/Anerkennung, Lehrende, Theorie-Praxis-Verzahnung
Projekte: Fit Weiter
 

Abstract

Hintergrund: Die Akademisierung der Gesundheitsberufe schreitet mit dem Ziel voran Angehörige der Bereiche Ergo- und Physiotherapie, Pflege, Logopädie und Hebammenkunde durch akademische Kompetenzvermittlung angemessener auf neue Anforderungen in der Gesundheitsversorgung vorzubereiten. Dabei sollen sowohl primär- als auch nachqualifizierende Studienangebote für bereits ausgebildete Fachkräfte bereitgestellt werden, um zeitgleich die akademische Aus- und Weiterbildung des jeweiligen Gesundheitsberufsstandes sicherzustellen. Hierfür muss die Studienstruktur und -organisation die Berufs- und Familien- sowie eventuelle Pflegetätigkeit der Studierenden berücksichtigen. Im Kontext der Entwicklung des berufs- und familienfreundlichen Studienangebotes „Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung“ mit der Zielgruppe „Angehörige von Gesundheitsfachberufen“ der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) sollen durch die Vorschaltung von ausgewählten Studienmodulen Fragen der Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie beantwortet und Konzepte zur Förderung der Vereinbarkeit entwickelt werden. Methode: Daten über strukturelle, organisatorische, individuelle, interdisziplinäre sowie inhaltliche Anforderungen an Hochschulmodule werden im Rahmen einer Studie mit mixed-methods Design erhoben. Ein Fragebogen erhebt mehrfach im Modulverlauf die für die Planung eines familien- und berufsfreundlichen Studienkonzeptes notwendigen Kriterien anhand einer vierstufigen Likert-Skale (1 = stimme voll zu bis 4 = stimme gar nicht zu). Additiv dazu vertiefen leitfadengestützte Interviews von Modulteilnehmenden und Lehrenden die Daten. Ergebnisse: Erste Ergebnisse belegen, dass derartige Angebote insbesondere Frauen (>90%) im mittleren Lebensalter ansprechen (50% ≥40 Jahre). Damit einher geht bei 35% die Versorgung von mindestens einem Kind, die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit liegt bei ≥ 31 Stunden. Von den vorgeschalteten Modulen erwarteten sich vor Veranstaltungsbeginn 67% Anhaltspunkte für ein mögliches Studium. Nach dem ersten Teil des Moduls stimmen 80% (M 2,1 ± 1,1) und nach Beendigung des gesamten Moduls 100% der Teilnehmenden (M 1,5 ± 0,5) der Aussage voll zu oder zu, dass sie durch die Teilnahme an dem Modul Anhaltspunkte für ein mögliches Studium erhalten haben. Alle Teilnehmenden 100% (M 1,2 ± 0,4) befürworteten das Angebot von und die Teilnahme an vorgeschalteten Modulen ‚zum Ausprobieren, wie studieren wäre‘. Ferner wird geäußert, dass dem unklaren Mehrwert eines Studienabschlusses im Hinblick auf die berufliche Weiterentwicklung die notwendigen hohen zeitlichen Opportunitätskosten gegenüber stehen. Diskussion: Die sozio-demographischen Daten der Modulteilnehmenden belegen die Notwendigkeit einer berufs- und familienfreundlichen Studienorganisation und eines entsprechenden inhaltlichen Konzepts. Des Weiteren unterstreichen die Teilnehmenden die Sinnhaftigkeit, erste Einblicke in einen Studienalltag zu bekommen, bevor sie sich für die Aufnahme eines Studiums entscheiden. Gerade diese Zielgruppe tritt mit besonderen Anforderungen an die eigene Person und die zeitliche sowie inhaltliche Organisation an die Hochschule heran, welche die Vereinbarkeit der Trias beeinflussen. Zur Sicherstellung des Studienerfolgs und um den sich wandelnden Herausforderungen an eine zukunftssichere Gesundheitsversorgung gerecht zu werden muss diese Vereinbarkeit in individuell angepassten Studienformaten Berücksichtigung finden. Es bleibt an dieser Stelle nachfolgenden Untersuchungen vorbehalten, ob und wie sich der Einfluss auf die Trias durch eine regelmäßige und mehrmalige Modulteilnahme verändert.

Zitation

Balke, Johannes; Busch, Susanne; Herzig, Lita; Käuper, Kristin; Westenhöfer, Joachim & Boettcher, Aisha (2014). Ergebnisse zur Vereinbarkeit der Trias Beruf – Studium – Familien- (inkl. Pflege)tätigkeit für Angehörige von Gesundheitsfachberufen durch sechs vor Studienbeginn vorgeschaltete Module. Kongressbeitrag. Gesundheitswesen, 76 - A 531, .






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