Nationale und internationale Perspektiven zum Wandel durch die Öffnung von Hochschulen – Impressionen der Arbeitstagung 2019

Ein Beitrag von Elise Glaß, wissenschaftliche Begleitung, 16.10.2019


Die wissenschaftliche Begleitung (WB) des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ veranstaltet jährlich eine Arbeitstagung mit den Förderprojekten im Wettbewerb. Ziel dieser internen Arbeitstagung ist es, den Austausch der Projekte untereinander zu fördern und wissenschaftliche Impulse aus der begleitenden Forschungsarbeit der WB sowie übergreifend aus der nationalen und internationalen Forschung zu teilen. Im Mittelpunkt der diesjährigen Arbeitstagung am 18. und 19. Juni 2019 in Berlin stand das Thema „Offen für den Wandel? Transformationsprozesse durch die Öffnung von Hochschulen“.

Mit einem Gastbeitrag wurde die internationale Perspektive zum Tagungsthema eröffnet, während der Input zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrats mögliche Strategien im nationalen Kontext genauer beleuchtete. Im Rahmen von Workshopangeboten der Projekte sowie thematischen Workshops und kollektiver Fallberatungen durch die WB wurden Erfahrungen ausgetauscht und neue Impulse gesetzt. In einer Plenumsdiskussion mit der WB und dem Netzwerk Offene Hochschulen (NOH) konnten die Förderprojekte ihre Erfahrungen, Fragen und Eindrücke zum Tagungsthema auch in einem größeren Rahmen teilen. Zudem haben zwei Projekte in Form von Statements ihre jeweilige Sichtweise zum Thema erläutert. Die Perspektiven und Statements zum Thema Wandel durch die Öffnung von Hochschulen werden nachfolgend vorgestellt.

Gastbeitrag von Prof. Dr. Geri Thomann

„Life Long Learning und Kompetenzentwicklung ‚on the job‘: Weiterbildung und Dienstleistungen als neues Wirkungsfeld von Hochschulen – Auswirkungen auf deren organisationale Identität“

Prof. Dr. Geri Thomann von der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) gab mit seinem Gastbeitrag einen internationalen Einblick in die System- und Organisationsstrukturen universitärer Weiterbildung in der Schweiz. Er ging dabei zunächst auf die Besonderheiten von Weiterbildung an Hochschulen in der Schweiz ein, die er mit der Formulierung einiger zentralen Herausforderungen abschloss. Anschließend nahm er Mythen zum Verhältnis von Theorie und Praxis in der Weiterbildung kritisch in den Blick und formulierte drei Möglichkeiten der Brückenbildung. Als ein Beispiel wurde die Rollenflexibilisierung von Lehrenden hervorgehoben und am Beispiel des Blended Coaching in einen Zertifikatsstudiengang an der PHZH veranschaulicht. Abschließend regte Prof. Thomann dazu an, die Öffnung der Hochschule durch ein innovatives Grenzmanagement zu fördern und damit zur Profilbildung der Hochschule beizutragen. Prof. Geri Thomann setzte damit einen interessanten internationalen Impuls für den Diskurs der Öffnung von Hochschulen in Deutschland.

Gastbeitrag von Dr. Sabine Behrenbeck

„Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu hochschulischer Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens“

Dr. Sabine Behrenbeck vom Wissenschaftsrat stellte in ihrem Input die Kernpunkte des in diesem Jahr veröffentlichten Positionspapiers des Wissenschaftsrats vor. Nach einer kurzen Einführung zu zentralen Befunden zur wissenschaftlichen Weiterbildung in Deutschland stellte sie vertiefend

die Empfehlungen zur Finanzierung, Regelung von Lehrtätigkeiten und organisationalen Verankerung vor. Ebenso ging sie, auch im Rahmen der anschließenden Diskussion, auf den Entstehungshintergrund und die politische Reichweite dieser Empfehlungen ein. Hierbei forderte Frau Behrenbeck die Hochschulen dazu auf, sich ebenfalls mit den Empfehlungen auseinanderzusetzen und entsprechende Strategien zu entwickeln.

Zu den Empfehlungen zu hochschulischer Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens »

Diskussionsrunde

„Offen für den Wandel!? – Erfahrungen aus den Förderprojekten“

In der Diskussionsrunde am zweiten Tagungstag berichteten die Förderprojekte von ihren Erfahrungen im Rahmen der Öffnung der Hochschule. Unter der Moderation von Dr. Joachim Stöter (NOH) und Dr. Annika Maschwitz (WB) tauschten sich auf dem Podium Dr. Ines Tetzlaff (Projekt „Weiterbildungscampus Magdeburg“), Katharina Koller (Projekt „OTH mind“) und Cordula Albersmann (Projekt „WiWeiNill“) aus, während ein Platz interessierten Gästen aus dem Plenum offenstand. Ebenso wurden Fragen aus dem Plenum durch ein digitales Tool gesammelt, priorisiert und in die Diskussion aufgegriffen. Thematisiert wurde unter anderen die Bedeutung von Machtpromotor*innen in der Hochschulleitung, die Wechselwirkungen zwischen weiterbildender und grundständiger Lehre, Fragen der Finanzierung, insbesondere durch die Teilnehmenden, und die erforderliche personelle Verankerung von wissenschaftlicher Weiterbildung in zuständigen Organisationseinheiten, der Lehre und den Professuren.

Statements von Förderprojekten des Wettbewerbs

In Form von Videostatements erläuterten zwei Förderprojekte aus dem Wettbewerb ihre Sichtweisen und Erfahrungen zum Thema „Transformationsprozesse durch die Öffnung von Hochschulen“. Anja Lorenz (Projekt „pMOOCs“) beschrieb dies unter dem Fokus der Erreichung von neuen Zielgruppen durch Online-Module und die im Projekt diesbezüglich gewonnen Erfahrungen, während Prof. Dr.-Ing. Hermann Schuhmacher (Projekt „EffIS“) allgemein auf die im Wettbewerb bereits erreichten Erfolge und die noch ausstehenden erforderlichen Reformen für einen Wandel an Hochschulen einging.

Statement: Anja Lorenz

Technische Hochschule Lübeck
Projekt „pMOOCs

Statement: Hermann Schumacher

Universität Ulm
Projekt „EffIS


Kontakt

Elise Glaß
Mitarbeiterin der wissenschaftlichen Begleitung
FernUniversität in Hagen
E-Mail: Elise.Glass@FernUni-Hagen.de