Fraunhofer und Universität Freiburg festigen Ihre Zusammenarbeit nachhaltig durch Kooperationsvertrag

Ein Beitrag von Jan Ihwe und Sophia Metzler, Projekt Freiräume, 24.10.2018


Die Fraunhofer-Gesellschaft und die Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW) der Universität Freiburg bieten seit 2010 gemeinsam einen weiterbildenden Masterstudiengang und seit 2014 drei Zertifikatsprogramme in den Bereichen öffentliche Sicherheit, Energie und Nachhaltigkeit an. Diese Zusammenarbeit wird jetzt mit einem Rahmenvertrag zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und der Universität Freiburg gefestigt: am 31. Juli 2018 wurde der dauerhaft angelegte Kooperationsvertrag für die gemeinsamen Weiterbildungsangebote feierlich unterzeichnet.

Die Kooperationspartner

Zu den Partnern gehören neben der FRAUW und der Fraunhofer Academy das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI, die beide in Freiburg ansässig sind. Die Partnerschaft geht aus dem Verbundprojekt „Freiräume für wissenschaftliche Weiterbildung“ hervor, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Zuge der 1. Wettbewerbsrunde des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ initiiert wurde. Die in der Projektlaufzeit gemeinsam entwickelten Weiterbildungsangebote können aufgrund ihres modularen Aufbaus bausteinartig miteinander kombiniert und durch das Blended-Learning-Format berufsbegleitend oder in Familienphasen studiert werden. Sie befinden sich nun im Regelbetrieb und basieren auf den klar fixierten Vereinbarungen im Kooperationsvertrag. Das Ziel einer nachhaltigen Verankerung der geförderten Angebote wurde somit durch die Fraunhofer-Gesellschaft und die Universität Freiburg gemeinsam erreicht.

Inhalte und Ziele des Kooperationsvertrags

Die gemeinsamen Ziele, die Angebote nachhaltig zu stärken, dauerhaft anzubieten und auszubauen verfolgen die Partner*innen nun mit dem neuen Rahmenvertrag als rechtliche Grundlage. In dem Vertrag vereinbarten die Unterzeichner*innen die Kernregelungen, die für die bereits bestehenden sowie künftige Weiterbildungsangebote gelten. Die FRAUW und Fraunhofer legen einen besonderen Schwerpunkt auf Qualitätsmanagement, Marketing und Vertrieb der Weiterbildungsangebote, die Vergabe von gemeinsamen Zertifikaten sowie Nutzungsrechte und den finanziellen Rahmen. Die Vertragsparteien bekennen sich zudem zu einer gleichberechtigten Zusammenarbeit aller Partner*innen. Der Vertrag sichert außerdem die gemeinsame Nutzung der Weiterbildungslernplattform ILIAS der Universität Freiburg. Ebenfalls wird festgehalten, wem die Durchführung der Veranstaltungen und Prüfungen obliegen sowie die Verantwortlichkeiten für die Aktualisierung der Lehrangebote und deren didaktischer und inhaltlicher (Weiter-)entwicklung.

Grundlagen

Der Vertrag schließt somit an den projektbezogenen Forschungs- und Entwicklungs-Kooperationsvertrag der Projektphase von 2011-2017 an. Grundlage für die Ausgestaltung des Vertrags bilden das Gesetz über die Hochschulen in Baden-Württemberg (Landeshochschulgesetz - LHG) sowie das sogenannte Transparenzraster der DGWF-Landesgruppe Baden-Württemberg „Zur Struktur und Transparenz von Angeboten der Wissenschaftlichen Weiterbildung an Hochschulen in Baden-Württemberg“, welches ebenfalls im Rahmen des Projekts „Freiräume für wissenschaftliche Weiterbildung“ entwickelt wurde sowie die geltenden Qualitätskriterien der Fraunhofer Academy.

Ergebnis I: Erleichterte Bedingungen für die Durchführung der Weiterbildung

Gerade durch die dem Rahmenvertrag hinzugefügte Ergänzungsvereinbarung ist die Rechtslage im Urheber-, Nutzungs- und Datenschutzrecht geklärt. Ebenso festgehalten sind Absprachen in der Logoverwendung. All dies sind Punkte, die in der konkreten Ausgestaltung einer wissenschaftlichen Weiterbildung oft Klärungsbedarf und offene Fragen aufzeigen, sodass eine gemeinsame Rechtsgrundlage aufwändige Gespräche/Diskussionspunkte ersparen kann, die der inhaltlichen Betreuung der Angebote zugutekommt. 

Auch die Prozesse, die sowohl den reibungslosen Ablauf der Weiterbildungen als auch eine konstante Qualitätssicherung gewährleisten sollen, sind definiert. Es ist u. a. festgelegt, welche Partei mit Durchführung und Prüfung betraut ist, an dieser Stelle beschreibt die Ergänzungsvereinbarung auch das Verhältnis Fraunhofer-Gesellschaft, Fraunhofer-Instituten und Fraunhofer-Academy. Außerdem wurde festgelegt, welche Partei vorrangig für die Aktualisierung und den Ausbau der Module zuständig ist und an welchen Stellen Abstimmungsprozesse erfolgen sollen. Bestimmt sind auch sogenannte Service Fees im Allgemein und im Speziellen für die Nutzung und Dienstleistungen im Bereich des Lernmanagementsystems.

Ergebnis II: Perspektiven

Welche Perspektiven eröffnet dieser Kooperationsvertrag? Zuerst bietet der Vertrag Perspektive auf die konkrete Kooperation: Man hat sich nicht nur auf eine Fortsetzung der Angebote, sondern auch auf den Ausbau der Angebote sowie eine Erweiterung der beteiligten Fraunhofer-Institute geeinigt. Konkret wird auch der gemeinsame Zugang zu weiteren Lernumgebungen festgehalten.

Für die Universität Freiburg hat der Rahmenvertrag auch Modellcharakter und soll die Grundlage für zukünftige Kooperationsverträge im Bereich der Weiterbildung bilden, um komplexe Einzelabsprachen zu erleichtern. Ein Beispiel wäre das Verbundprojekt „Weiter in Südbaden“, das verbesserte Strukturen für die Weiterbildung in Südbaden entwickelt.

Die gemeinsame Darstellung der Angebote in den verschiedenen Plattformen kann zudem einen besseren und einen breiteren Zugang zur gemeinsam angebotenen Weiterbildung bieten.  Die gemeinsame Verständigung auf Qualitätsmerkmale und gemeinsame Abschlüsse sorgt für Transparenz und so eine bessere Anerkennung und Akzeptanz vor allem bei denjenigen ArbeitgeberInnen, die nun von gleich zwei großen Institutionen ein gemeinsames Qualitätsversprechen und -angebot erhalten.  

Die gemeinsamen Angebote

Programme im Bereich öffentliche Sicherheit: Universität Freiburg und Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI

Module: Risikoanalyse, Technische Sicherheit, Strukturelle Sicherheit
Module: Resilienzanalyse, Technische Sicherheit, Strukturelle Sicherheit


Programme zu erneuerbaren Energien: Universität Freiburg und
Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

Module: Intelligente Energienetze, Energiesystemanalyse, Energiespeicher im Intelligenten Netz (ab 2019), Solar Thermal Energy (ab 2019)

Alle Programme befinden sich im Regelbetrieb und bilden aktuelle Forschungsschwerpunkte und -ergebnisse der beiden Fraunhofer-Institute ab. Alle Module sind jeweils auch als CAS studierbar.

Das Fraunhofer ISE und die Universität Freiburg bieten außerdem den berufsbegleitenden Masterstudiengang M. Sc. Solar Energy Engineering, der bereits 2008 entwickelt wurde und sich im Regelbetrieb befindet.

Weitere Beziehungen

Die fünf Institute der Fraunhofer-Gesellschaft sind mit der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg auch im Leistungszentrum Nachhaltigkeit Freiburg verbunden, das als Transferinfrastruktur zwischen Fraunhofer, Universität und Industrie fungiert. 

Profillinien

Einzelne Module aus den zuvor beschriebenen Programmen lassen sich miteinander zu sogenannten Profillinien kombinieren. So können Teilnehmende zum Beispiel einen Weiterbildungsabschluss mit dem Titel »Sichere eingebette Systeme für intelligente Energienetze« erreichen. Das Angebot passt damit zur gesamten Strategie der FRAUW: »Wir freuen uns, dass wir die Kompetenz der Fraunhofer Academy und die spannenden Themen aus den beiden Instituten vor Ort nun dauerhaft in unseren modular aufgebauten Weiterbildungsbaukasten integrieren können.«, erläutert Jan Ihwe, Geschäftsführer der Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung (FRAUW).

Weitere Informationen: www.wb.uni-freiburg.de und www.academy.fraunhofer.de

Freiräume

Von links: Jan Ihwe, Geschäftsführer der Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung, Prof. Dr. Juliane Besters-Dilger, Prorektorin für Studium und Lehre der Universität Freiburg, Dr. Alexander Roth, Direktor Technologiemarketing der Fraunhofer-Gesellschaft, und Dr. Roman Götter, Leiter der Fraunhofer Academy, bei der Vertragsunterzeichnung. (Foto: Patrick Seeger)

Kontakt:

Jan Ihwe
Freiburger Akademie für Universitäre Weiterbildung
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: +49 761 203-9651
E-Mail: ihwe@wb.uni-freiburg.de

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