Formale und hochschulrechtliche Aspekte auf dem Weg zur Entwicklung und nachhaltigen Durchführung von LIFE-Angeboten

Ein Beitrag von Petra Boxler, Projekt konstruktiv, 24.10.2018


Die Universität Bremen verfügt über langjährige Erfahrungen in der Planung, Entwicklung und Durchführung wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote. Mit dem im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ geförderten Projekt konstruktiv nutzt die Universität Bremen diese Erfahrungen, um einen neuen Weg zur Entwicklung weiterbildender Studienangebote zu gehen. Die gewählte Vorgehensweise eröffnet Chancen für eine nachhaltige Verankerung der entstehenden Angebote für lebenslanges Lernen.

LIFE-Angebote
Foto: Universität Bremen

Kernidee von konstruktiv ist es, die bisher getrennt betrachteten Bereiche des grundfinanzierten Studiums und der Weiterbildung enger miteinander zu verzahnen. Hierzu werden sogenannte Modulbaukästen mit Modulen bestückt, die vor allem aus der grundfinanzierten Lehre stammen. Diese Modulbaukästen werden genutzt, um hieraus flexible Curricula für die Weiterbildung zu entwickeln. So sollen vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichsten Bildungsbiografien geschaffen werden.

Konstruktiv konzentriert sich auf Angebote für Berufstätige oder Personen mit Familienpflichten mit (erstem) Hochschulabschluss und Berufserfahrung. Für sie entstehen berufsbegleitend studierbare (weiterbildende) Zertifikats- und Masterangebote in den Bereichen Informatik / Digitale Medien, Energie / Umwelt / Nachhaltigkeit, Produktionstechnik mit Schwerpunkt Luftfahrt sowie Pflege- und Gesundheitswissenschaften, die in der aktuellen Erprobungsphase kostenfrei belegt werden können.

Um die Besonderheiten der neu entwickelten Weiterbildungsangebote hervorzuheben, werden diese unter einer eigenen Marke „LIFE“ (Lernen: Individuell – Flexibel – Erfolgreich) zusammengefasst.

Da Module aus der grundfinanzierten Lehre das „Rohmaterial“ für die LIFE-Angebote sind, können auch speziellere Weiterbildungswünsche erfüllt werden: Anders als bei klassisch konzipierten Weiterbildungen ist für ein LIFE-Modul keine Mindestgruppengröße erforderlich; das Konzept eignet sich besonders, um z. B. Fachkenntnisse zu einem Themenfeld auf den neuesten Stand von Wissenschaft und Forschung zu bringen. Damit kann ein Angebot auch bei schwankender Nachfrage aufrechterhalten werden, was die nachhaltige Verankerung der LIFE-Weiterbildungen erheblich erleichtert. Voraussetzung sind allerdings u. a. ein hinreichend großes Modulangebot und schlanke Managementprozesse, um Aufwand und Nutzen im Gleichgewicht zu halten.

Bei der Entwicklung der Modulbaukästen und flexiblen Curricula sind neben der inhaltlich-konzeptionellen Dimension zahlreiche formale, strukturelle und hochschulrechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Sie betreffen die Planung, Entwicklung und Durchführung der LIFE-Angebote. Diese Fragen hat konstruktiv eingehender untersucht. Hier tragfähige Antworten zu finden, ist auch im Hinblick auf die angestrebte Nachhaltigkeit der entstehenden Angebote besonders wichtig. Die bis zum Ende der ersten Förderphase erzielten Ergebnisse wurden in einer Arbeitshilfe zusammengefasst. Diese steht als Printversion und online zum Download zur Verfügung. Die elektronische Version der Arbeitshilfe ist hier abrufbar.

Kontakt

Dr. Petra Boxler
Universität Bremen
Akademie für Weiterbildung
Projekt konstruktiv
Postfach 33 04 40
28334 Bremen
E-Mail: boxler@uni-bremen.de
Tel.: 0421 218-61600


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