Zahl implementierter wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs erneut gewachsen

Von Sigrun Nickel und Anna-Lena Thiele, wissenschaftliche Begleitung, 11.09.2019

Einen neuen Höchststand hat die Zahl der in den Regelbetrieb überführten wissenschaftlichen Weiterbildungsangebote im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ erreicht. 359 Studiengänge, Zertifikatskurse und -programme und andere Möglichkeiten des lebenslangen Lernens stehen Interessierten nun zur Verfügung. Im Vergleich zum Vorjahr ist es damit zu einem abermaligen Wachstum von knapp 18 Prozent gekommen.

Dies ist ein Ergebnis der umfassenden Befragung, welche die wissenschaftliche Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs im Zeitraum von Februar bis Mai 2019 durchgeführt hat[1]. Dabei konnten neben Beteiligten aus den Förderprojekten der 2. Wettbewerbsrunde (2014–2020) auch Verantwortliche aus der bereits beendeten 1. Wettbewerbsrunde (2011–2017) einbezogen werden. Infolgedessen liegen nun für alle 73 Förderprojekte aktuelle Informationen vor, die in einer Übersicht zusammengefasst und veröffentlicht worden sind (Nickel, Schrand & Thiele, 2019). Erstmals enthält die Auflistung auch Internet-Links, so dass Interessierte einen direkten Zugang zu detaillierten Informationen bezüglich der derzeit im Regelbetrieb laufenden 359 wissenschaftlichen Weiterbildungsangebote erhalten.

Im Einzelnen handelt es sich um  

  • 92 berufsbegleitende Studiengänge auf Bachelor- und Masterniveau,

  • 10 duale Studiengänge,

  • 1 trialen Studiengang,

  • 156 Zertifikatskurse und -programme,

  • 47 Certificates of Advanced Studies (CAS) und Diplomas of Advanced Studies (DAS) sowie

  • 23 Brückenkurse, Vorbereitungskurse und Propädeutika.

Zudem wurden 30 weitere Angebote implementiert, die variabel studierbar sind oder mehreren Kategorien zugeordnet werden können, wie z. B. Zertifikatsangebote (Kurse und Programme) auf unterschiedlichen oder keinem speziellen Qualifikationsniveau. Weiterhin fallen unter diese Kategorie beispielsweise MOOCs oder freiwillig belegbare Zusatzmodule.

Aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten der beiden Wettbewerbsrunden (WR) ist es nicht überraschend, dass sich die Anzahl der bis dato implementierten Angebote deutlich voneinander unterscheidet: So entfallen 251 auf die bereits seit anderthalb Jahren abgeschlossenen Projekte der 1. WR und 108 Angebote auf die noch bis Sommer 2020 laufenden Projekte der 2. WR, die aktuell noch mit der Bearbeitung von über 320 Angeboten beschäftigt sind. Vor diesem Hintergrund ist anzunehmen, dass die Anzahl der Angebote, die bis zum Ende der Förderung in den Regelbetrieb überführt werden können, noch einmal merklich steigen wird.

Differenziert nach WR zeigen sich ebenfalls einige Unterschiede hinsichtlich der Verteilung der implementierten Angebotstypen, wie die nachfolgende Abbildung 1 zeigt:



Abbildung 1: Verteilung unterschiedlicher Typen implementierter Angebote in den Projekten der 1. und 2. WR
Quelle: Online-Befragung CHE Centrum für Hochschulentwicklung 2019
N = Anzahl der Angebote, Angaben in Prozent
Frageformulierung: „Welchem Typus ordnen Sie das Angebot zu?“

So wurden von den Projekten der 1. WR bislang deutlich mehr Studiengänge implementiert als von den Projekten der 2. WR. Dafür ist hier der Anteil der Zertifikatsangebote sehr viel höher. Hierunter fallen auch Angebote, die mit einem Certificate of Advanced Studies (CAS) oder Diploma of Advanced Studies (DAS) abschließen . Diese machen bei der 1. WR einen Anteil von 2,8 Prozent aus, bei der 2. WR hingegen 37 Prozent[2]. Dies spiegelt auch den generellen Trend zu Kurzformaten wider, der bereits in der PFA 2018 aufgezeigt wurde (Nickel, Thiele & Schulz, 2019). Ein detaillierter Blick auf die Angebotstypen (vgl. Abbildung 2) offenbart weitere Unterschiede. Zertifikatskurse (Seminar/Modul) im Rahmen eines Masterstudiengangs sind in der 1. WR deutlich häufiger vertreten als in der 2. WR. Genau umgekehrt ist es bei den Zertifikatskursen auf Master-Niveau ohne Einbindung in einen Studiengang. Gleichzeitig gibt es einige Angebotstypen, die ausschließlich von den Projekten der 1. WR in den Regelbetrieb überführt wurden. Dazu gehören die dualen Studiengänge auf Bachelor-Niveau, der triale Studiengang und die Zertifikatsprogramme im Rahmen eines Masterstudiengangs. 

 

Abbildung 2: Implementierte Angebote nach Angebotstypen in den Projekten der 1. und 2. WR
Quelle: Online-Befragung CHE Centrum für Hochschulentwicklung 2019
N = 359, Angaben in Prozent
Frageformulierung: „Welchem Typus ordnen Sie das Angebot zu?“
Übersicht der implementierten Angebote aus den Förderprojekten 2011-2019 als Open Access

[Bitte beachten Sie: Bei diesem Dokument handelt es sich um Informationen mit einem Stand der Daten von Mai 2019.]

Für Rückfragen:

Dr. Sigrun Nickel
Mitglied im Leitungsteam der wissenschaftlichen Begleitung
E-Mail: sigrun.nickel@che

Anna-Lena Thiele
Mitarbeiterin der wissenschaftlichen Begleitung
E-Mail: anna-lena.thiele@che.de


[1] Die Erhebung ist im Rahmen der Projektfortschrittsanalyse (PFA) 2019 erfolgt. Ausführliche Ergebnisse daraus werden im Winter 2019/20 in der Reihe „Thematische Berichte der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen““ als Online-Publikation erscheinen.

[2] An dieser Stelle gilt zu beachten, dass CAS- und DAS-Abschlüsse, die mindestens zehn bzw. 30 ECTS umfassen und noch relativ neu in Deutschland sind, im Rahmen der 2. WR bislang nur von zwei Hochschulen umgesetzt werden, einer Fachhochschule in Niedersachsen und einer Universität in Baden-Württemberg.


Aktuelle Beiträge

11.09.2019 | Zahl implementierter wissenschaftlicher Weiterbildungsangebote im Rahmen des Bund-Länder-Wettbewerbs erneut

11.09.2019 | Neue Expert*innenbörse des NOH für Ratsuchende und Ratgebende

10.09.2019 | Neuerscheinung: Wissenschaftliche Weiterbildung und Clusterinitiativen – Wie Clustermanagement-Organisationen